Archiv der Kategorie 'Khorog'

Im Windschatten des Krieges

Mittwoch, den 15. August 2012

23.-29. Juli 2012, Gorno-Badakhshan (Tadschikistan). – Es sollte eine Rückkehr werden, eine Rückkehr nach Khorog, in die Heimat von einst. Langsam windet sich der Bus die Serpentinen abwärts und lässt die schroffe, lebensfeindliche Hochwüste des Ost-Pamir hinter sich. Das rauschende Wasser des Pamir-Flusses verheißt Leben, in den kleinen Seitentälern tauchen die ersten Bäume auf, drüben [...]

Potemkin’sche Demokratie

Sonntag, den 28. Februar 2010

Schon seit Wochen werben Banner über der Hauptstraße von Khorog, der Provinzhauptstadt von Gorno-Badakhshan, für die tadschikischen Parlamentswahlen am 28. Februar 2010. In den Dörfern haben sich Wahlkommissionen zu langen Vorbereitungssitzungen versammelt, und an einigen Geschäften hängen kleine Zettel im A4-Zettel mit dem Portraitfoto eines Kandidaten, seinem Lebenslauf und einigen allgemeinen Forderungen.

Im Sanatorium, oder: Erinnerungen an den tadschikischen Bürgerkrieg

Freitag, den 15. Januar 2010

Die Welt ist in sanftes Weiß getaucht, das Weiß der Unschuld. Der Schnee hat die Straße verweht, eine der Lebensadern des Pamir-Gebirges, die sich ein paar Kilometer weiter auf 4200 Höhenmeter hochschrauben wird. Er hat sich auf die Maschinenhülsen gelegt, die von dem einstigen Asphaltwerk geblieben sind. Es bedeckt die Ruinen der Tankstelle, an der [...]

Der Pamir-Highway im Schnee

Mittwoch, den 23. Dezember 2009

Das Pamir-Gebirge ist grau geworden. Es ist noch nicht lange her, dass das Tal des Flusses Gunt in sommerliches Grün getaucht war. Doch inzwischen sind die Blätter von den Bäumen gefallen und haben den Weg frei gemacht für die Farbmonotonie der graubraunen Berghänge, vor deren Hintergrund sich die lehmbraunen Pamir-Häuser kaum abheben. Trist und wolkenverhangen [...]

Der Besuch des Aga Khan

Sonntag, den 29. November 2009

Dunkelheit hat sich über die Stadt gelegt. Nur die Straßenkreuzung auf der Südseite des Flusses Gunt ist hell erleuchtet, stolze Autobesitzer waschen hier mit Wasserschläuchen ihre Wagen. Auf der anderen Flussseite werden im Hauptgebäude der Aga Khan Stiftung Girlanden und Weihnachtsbaumschmuck aufgehängt. Eine Dampfwalze kämpft sich ihren Weg durch die Dunkelheit, um den frischen Teerbelag [...]

Entlang der Grenze

Sonntag, den 1. November 2009

Blätter fallen. Khorog, die Provinzhauptstadt Gorno-Badakhshans, ist zum Farbenmeer geworden. Grün-gelb-rot schillern die Pappeln und Weiden, die das Stadtbild prägen, und schneebedeckt sind die Berge auf der afghanischen Seite des Flusses Pjandsch. Es ist Herbst geworden im tadschikischen Pamir-Gebirge. Nachts streben die Temperaturen unerbittlich dem Gefrierpunkt entgegen, und tagsüber vermögen die Sonnenstrahlen nur noch acht [...]

Begegnung mit Afghanistan

Sonntag, den 30. August 2009

Am Brückenpfeiler auf der anderen Seite des Grenzflusses Pjandsch weht die schwarz-rot-grüne Fahne Afghanistans. Auch die bärtigen Männer in graubraunen Uniformen und Springerstiefeln, Walkie-Talkies und Handschellen am Gürtel und Schirmmützen auf dem Kopf tragen die Landesfarben Afghanistans am Ärmel. Jeden Samstag kommen sie über die Brücke hierher, auf die tadschikische Seite des Grenzübergangs unweit der [...]

Das Fest des Aga Khan

Sonntag, den 30. August 2009

Gerüchte wabern durchs Land. Islamistische Kämpfer sollen sich aus Pakistan oder Afghanistan nach Tadschikistan durchgeschlagen haben. Regierungstruppen sollen sich unter dem Deckmantel einer Anti-Drogen-Operation Gefechte mit ihnen und mit oppositionellen Gruppen geliefert haben. Belastbare Informationen hat kaum jemand, doch plötzlich wird auch in westlichen Medien darüber spekuliert, wie anfällig Tadschikistan gegenüber der islamistischen Bedrohung ist [...]

Durch Tadschikistan

Sonntag, den 30. August 2009

Dushanbe ist keine Metropole. Das wird schnell deutlich, wenn man sie in Richtung Süden verlässt. Schon nach wenigen Kilometern erinnert nicht mehr viel daran, dass die Hauptstadt Tadschikistans mit ihren gut 500.000 Einwohnern hinter uns liegt, in der es mancherorts so wirkt, als wären die Uhren in der Sowjet-Moderne der achtziger Jahre stehen geblieben.