Der Pamir-Highway in Bildern

dsc_0496Die Straße scheint endlos zu sein. Kilometer um Kilometer geht es geradeaus, ohne Gegenverkehr und ohne ein Anzeichen von Zivilisation. Hier im Osten des tadschikischen Pamir-Gebirges definiert sich das Verhältnis von Enge und Weite neu. Die Hochebene ist von Bergen umgeben, von Fünftausendern und Sechstausendern, doch sie sind so weit entfernt, dass der Horizont trotzdem unendlich wirkt. Nur eine Straße durchquert diese unwegsamen Bergregion: Unter Stalin wurde sie von Sowjetsoldaten in die Steinwüste gebaut, und als “Pamir-Highway” hat sie Eingang in die Reiseführer der europäischen und amerikanischen Abenteurer gefunden. Ein “high way” ist sie im wörtlichen Sinne - 4.700 Meter hoch ist der höchste der Pässe, die sie überquert, und damit beinahe auf Augenhöhe mit der Bergspitze des Mont Blanc, zu der Europa mit wohligem Schauder aufzublicken pflegt.

Von Osh in der Ebene Südkirgisistans nach Khorog im Tal des afghanisch-tadschikischen Grenzflusses Pjandsch sind es mehr als 700 Kilometer. Anfangs ist die Strecke noch von Dörfern gesäumt, und es geht nur langsam bergauf, doch hinter Sary Tash führt die Straße in luftige Höhen. Die kirgisischen Zollbeamten haben es sich einige hundert Höhenmeter unterhalb der eigentlichen Grenze bequem gemacht, während der tadschikische Präsident seinen Grenzern den Dienst in der Kälte und im Stumpfsinn auf über 4.000 Metern Höhe zumutet. Vorbei geht es am Karakul-See, einem riesigen zuflusslosen Salzsee mitten in der Steinwüste vor der Kulisse von schneebedeckten Siebentausendern. Weiter über den Akbaital-Pass und weiter durch die Steinwüste, bis irgendwann Murgab erreicht ist, das einzige größere Dorf auf der Strecke, wo eine stolze Lenin-Statue an die gute alte Zeit erinnert. Und auch am nächsten Morgen geht es weiter durch die Steinwüste, bis der letzte Pass überquert ist, sich die Straße hinunterschraubt ins Tal des Flusses Gunt und das Auge wieder am Grün der Vegetation erquicken kann. Jetzt ist es nicht mehr weit nach Khorog, in die Provinzhauptstadt Gorno-Badakhshans, wo die verwitterte Statue eines Marco-Polo-Schafs das Ende - oder den Anfang - des Pamir-Highways markiert.

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